Buch & Film John David
(vormals Premananda)
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AUSZÜGE
Kapitel 1: Was ist das große Missverständnis?
Die Illusion getrennt zu sein. Wir sind alle eins.

Wenn du die Sichtweise einer Welle annimmst, könntest du sagen: „Ich bin eine Welle und ich kann euch andere Wellen dort drüben sehen.“ Meine ganze Konditionierung hat mich dahin gebracht, zu glauben, eine Welle zu sein, getrennt von all den anderen Wellen; aber wenn ich das Ganze aus einer anderen Perspektive betrachte, sehe ich, dass alle Wellen immer Teil des Ozeans sind. Alles ist der Ozean. Es gibt keine wirkliche Trennung. Die Wellen sind nie getrennt vom Ozean und wir sind nie getrennt vom Bewusstsein.

Das „Ich“, von dem wir allgemein annehmen, es zu sein, haben wir nach und nach über viele Jahre hinweg geschaffen – durch Konditionierung, Imitation und Identifikation. Wir können es das falsche Selbst nennen. Wir erfahren die Welt von diesem illusionären „Ich“ aus, an dessen Existenz wir fest glauben und mit dem wir uns identifizieren.

Es taucht die Frage auf: „Wenn ich nicht der bin, der ich zu sein glaube, nicht dieses ‚Ich‘, mit dem ich mich identifiziere, wer bin ich dann?“ Wenn wir das untersuchen, werden wir feststellen, dass das falsche Selbst oder das kleine „Ich“ nur aus Erinnerungen an die Vergangenheit oder aus Projektionen in die Zukunft besteht. Es besteht aus Erinnerungen, Bestrebungen, Wünschen, Hoffnungen und Ängsten. Im Alltag beziehen wir uns von diesem „Ich“ aus auf alles, was uns begegnet. Wir beschäftigen uns mit unseren Konzepten, Vorstellungen und Überzeugungen und versuchen unser Leben zu kontrollieren und zu manipulieren, um das zu sein, was „Ich“ sein will.

Wenn du sie akzeptierst, gibt es nichts zu tun. Wir versuchen immer, die Illusion in eine perfekte Illusion zu verändern, aber eine perfekte Illusion ist immer noch eine Illusion. Die Wahrheit ist, dass nichts geschieht und es niemanden gibt, der etwas tun könnte. Für unseren Verstand ist das etwas schwierig, weil wir gelernt haben, dass wir für alles, was einen Wert haben soll, hart arbeiten müssen. Durch die Überprüfung des falschen Selbst fallen alle unsere falschen Vorstellungen und Überzeugungen weg und es offenbart sich das, was wir immer schon gewesen sind; das, was ich das Selbst oder das ewige Selbst nenne. Wir werden uns des sich entfaltenden Lebens gegenwärtig. Die Wellen legen sich und wir sehen den großen blauen Ozean, der immer schon da gewesen ist. Das sind wir. Es war nur ein großes Missverständnis, eine falsche Identifizierung.

Kapitel 2: Selbstwahrnehmung unterstützen
Entwickle Selbstwahrnehmung und werde der Beobachter und entdecke wie du dein Leben lenkst.

Wenn du regelmäßig meditierst, kannst du einen ruhigeren Verstand entwickeln. Damit meine ich, einen Verstand, der nicht geschäftig ist, der nicht so viele Gedanken und Ablenkungen ausspuckt wie üblich und der kein Hintergrundgeräusch und keinen Nebel in deinem Leben produziert und dich davon abhält, klar zu sein. Ein ruhiger Verstand ist eine wichtige Grundlage für das Bewusstsein, weil er dir erlaubt, tiefer in dich selbst zu schauen. Wenn du einmal den Dreh raus hast, dann wird es immer leichter es in dein tägliches Leben zu bringen.

Die introspektive Qualität der Meditation unterstützt dich darin, ein Zeuge für alles, was du erlebst, zu werden. Der Zeuge hat die Fähigkeit, nach innen zu schauen und zu erkennen, was gerade passiert. Das nennt man auch Selbstwahrnehmung.

Durch die Selbstwahrnehmung kannst du sehen, wie ein Gedanke im Verstand entsteht. Wenn er sich im Verstand befindet, ist er nicht real. Er ist nur eine Illusion. Es ist nur ein Gedanke. Du denkst vielleicht, dass jemand gegen dich ist, aber auch das ist nur ein Gedanke; es ist nichts Reales. Wenn du still genug wirst und die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung hast, kannst du erkennen, wie dieser Gedanke aus dem Nichts heraus kommt, und du kannst ihn einfach in Ruhe lassen.

Langsam verebben unsere persönlichen Kämpfe, unsere eigene Geschichte, unsere Wünsche und Ängste und unsere Erwartung, wie es sein sollte. Alles scheint in Ordnung zu sein; die Existenz hat ihre kleinen Siege – wir geben bereitwillig auf, unser Vertrauen wächst, unsere Hingabe wächst, gespannt, der Existenz die Führung zu übergeben.

Tatsächlich fangen wir an, uns jeden Tag ein wenig glücklicher zu fühlen, ein wenig ruhiger und ein wenig leerer. Es gibt mehr Lächeln und Lachen, weniger Ernstes, keine Traurigkeit. Es ist einfach in Ordnung – so, wie es ist. Wir können es mit allem aufnehmen; es ist gut so, wie es gerade kommt. Einfach selig, entspannt und friedlich. Eine enorme Ruhe, und wir sind bereit, unsere alte Welt – „meine Geschichte“ – abzutreten. Wir wollen sie einfach nur gehen lassen und zu einem Abenteurer des Unbekannten, des Unerkennbaren, des sich entfaltenden Mysteriums werden.

Kapitel 3: Was ist wahr? Leben, um zu erwachen
Gewissermaßen musst Du aus dem Garten Eden herauskommen um zu verstehen. Man kann sagen, dass das Ego uns die Möglichkeit verschafft, Bewusstheit zu entwickeln.

Wir Erwachsene gehen in der Vorstellung des Getrenntseins verloren. Warum geschieht das? Warum leben wir nicht immer in der Wahrheit? Als Babys haben wir nicht viel Sinn für das Ego. Am Anfang fühlt ein Baby keine Trennung zwischen sich und seiner Mutter. Aber dann, wenn es lernt, dass alles einen Namen hat, durch den eine Unterscheidung zwischen ihm und allem anderen getroffen wird, entwickelt sich allmählich dieses Gefühl der Trennung. Langsam entwickelt es ein Ego. Es geschieht auf natürliche Weise. So, wie das Gefühl der Trennung zur Bildung eines Ego führt, so entwickelt sich auch die Identifikation mit einem falschen Selbst, was zwangsläufig zu Leiden führt.

Letztendlich bewirkt unsere Sehnsucht, frei von diesem Leiden zu sein, dass wir die Sache angehen und es verstehen wollen. Wir können die Natur des Ego untersuchen, indem wir ruhig werden und nach innen sehen. Wenn es schließlich als falsch entlarvt wird, verschwindet es und bringt uns zurück zu unserer ursprünglichen Natur. Wir sind zurück im Garten Eden. Aber jetzt gibt es einen Unterschied: wir sind uns dessen bewusst. Als kleine Kinder haben wir kein Ego, aber wir wissen das nicht, wir sind uns unserer selbst nicht bewusst. Wir müssen den Garten Eden verlassen, um es zu verstehen. Man kann sagen, dass das Ego uns die Gelegenheit gibt, Bewusstsein zu entwickeln.

Wir haben auf unserem Lebensweg und durch unsere Erziehung sehr oft ein Getrenntsein erfahren. Wir können uns selbst nicht so akzeptieren, wie wir sind, weil wir angefangen haben zu glauben, dass wir so nicht in Ordnung sind und dass wir anders sein müssen. Diese Botschaft erreicht uns auf vielen unterschiedlichen Wegen und durch viele unterschiedliche Quellen. Deshalb ist es so schwer, einfach so zu sein, wie wir sind.

Wir bemerken nicht einmal, dass wir uns selbst nicht akzeptieren können. Wir werden getrennt, weil die Wertungen, die uns in unserer Kindheit auferlegt wurden wie Stimmen sind, die zu Gedanken werden. Diese Gedanken bleiben bei uns. Sie kommen nicht mehr von den Eltern oder von der Gesellschaft – sie sind jetzt ein Teil unserer geistigen Struktur.

Ramana Maharshi sagte immer: „Sei wie du bist.“ Er sagte nicht: „Sei wie ich.“ Er sagte nicht: „Sei wie der Mann dort drüben.“ Er sagte: „Sei wie du bist.“ Was kannst du denn machen? Sogar, wenn du dein ganzes Leben damit zubringst, zu versuchen, jemand anderes zu sein, wirst du am Ende zu der Einsicht kommen, dass du nur sein kannst, wie du bist. Es gibt keine andere Möglichkeit. Und außerdem, wenn die Existenz wollte, dass du jemand Anderes bist, dann wärst du vermutlich jemand Anderes. Aber wahrscheinlich will die Existenz nur, dass du einfach bist, wie du bist. Das ist eine sehr schöne Einladung.

Kapitel 4: Der Weg des Herzens
Der Moment der Selbstrealisation dauert nur eine Sekunde, aber damit es passieren kann, musst du verfügbar sein.

Traditionell gibt es zwei Wege zur Selbst-Realisation. Den Weg des Wissens und den Weg des Herzens. Sehr unterschiedliche Wege, aber sie kommen zur selben Wahrheit. Der Weg des Wissens führt zu einem Moment des Verstehens, in dem du erkennst, dass die Konstruktion, die „mein Leben“ heißt, und die du seit vielen Jahren aufgebaut hast, nicht existiert, dass sie schon immer eine Illusion war.

Der Weg des Herzens – Hingabe – führt zur Wahrheit durch Loslassen. Du gibst laufend alles, was du als „Ich-Sein“ erkennst, an die Existenz ab. Du überlässt ständig alles dem Feuer. Auf diese Weise kommst du zur selben Wahrheit. Aufgrund dieser vielen kleinen Opfergaben wird dieses große „Ich“, die Illusion, einfach dem Feuer überlassen, und in diesem Moment hört es auf, zu existieren. So oder so, das Ego, das falsche Selbst, wird als nicht existent erkannt. So oder so, es ist ein totaler Tod des „Ich“.

Es ist Hingabe. Es ist ein Aufgeben des „Ich“, ein Aufgeben „meiner Geschichte“. Es ist in der Tat ein Abbau des Ego oder ein Dahinschmelzen. Der Wissende, der Beurteilende, der Täter schmilzt dahin. Hingabe oder Loslassen ist ein tiefes Aufgeben, ein Opfer an Gott. Gott ist überall, und Gott ist alles, Gott bist auch du. Es ist Hingabe an jeden Augenblick, der sich entfaltet.

Es geht darum, den Wissenden aufzugeben und alles in dir, von dem du meinst, dass du es kennst. Es kann ein bisschen beängstigend sein. Du könntest sogar Horror empfinden. Hingabe kann nur funktionieren, wenn da ein tiefes Vertrauen ist. Im Westen haben wir Schwierigkeiten, jemandem oder einer Sache gegenüber Vertrauen zu empfinden. Wir vertrauen nur unserer „Geschichte“ – was wirklich schade ist. Auf dem Weg des Herzens geht es darum, sich zu öffnen. Wenn du in dieser Offenheit lebst, kannst du spüren, wie einfach Vertrauen und Hingabe sind. Wenn du jemanden triffst, der ein sehr offenes Herz hat oder sehr viel im Herzen ist, dann hast du das Gefühl, dass diese Person ganz sie selbst ist und vor Energie pulsiert. Da ist große Freude, Spaß, Spontaneität und Verspieltheit. Wenn du ein tiefes Vertrauen hast, dann öffnet sich dein ganzes Wesen dem Leben. Du bist da für das Leben.

Kapitel 5: Wie wir uns selbst sabotieren
Wenn wir wirklich unsere Ängste anschauen, können wir erkennen, dass sie keine Basis haben.

Wir haben alle so viele Gründe Angst zu haben. Wir können uns nicht weiterbewegen wegen dieser Angst. Was hat es mit dieser Angst auf sich? Sobald du anfängst, zu untersuchen, wer du bist, fallen die Schichten ab – ein bisschen wie bei einer Zwiebel.

Wenn du ins Zentrum kommst, was findest du? Nichts. Wir haben alle Angst vor der Leere, vor dem „Nicht-Existieren“. Für das Ego oder das falsche Selbst erscheint das wie der Tod. Deshalb praktizieren wir den ganzen Tag lang „Blabla“, um uns zu überzeugen, dass wir lebendig sind, eine Erinnerung daran, dass wir nicht tot sind. All das, um uns zu überzeugen, dass diese Leere, die wir wirklich sind, dieses Nichts, das wir wirklich sind, nicht wahr ist.

Wenn du wirklich in diese Angst hineingehst, stellst du fest, das die grundlgende Angst immer dieselbe ist. Wir sind alle daran interessiert, zur Wahrheit zu kommen, und doch, was fürchten wir am meisten? Wahrheit. Und was ist Wahrheit? Sie ist auch Liebe und Schönheit und Frieden. Auf der einen Seite wollen wir diese Dinge, aber auf der anderen Seite haben wir Angst vor ihnen.

Du musst die Angst verstehen und die Art, wie sie dich bindet. Der konditionierte Verstand glaubt, dass er selbst ein „Jemand“ ist. Dieser Jemand hat Angst – Angst vor diesem, Angst vor jenem. Wir akzeptieren diese Angst, als ob sie eine Tatsache sei, und dann können wir uns nicht mehr bewegen, weil sie real wird. Wir können nicht sehen, dass dies alles in unserem eigenen Verstand passiert. Wir erschaffen eine Vorstellung und dann fürchten wir uns vor ihr. Wenn du wirklich hinsiehst, ist es so lächerlich. Du kannst dir noch nicht einmal vorstellen, dass du das jemals tun würdest.

Aufgrund von Angst findet das Leben der meisten Menschen in vollkommener Gefangenschaft statt. Wenn man dem Moment des Erwachens sehr nahe kommt, merkt man im Grunde, dass alles, was man zu sein glaubt, einfach nicht wahr ist. Man beginnt, diese Illusion zu sehen, man beginnt, sie zu verstehen und man beginnt auch zu verstehen, dass es eine Art Tod ist, wenn die Illusion wegfällt. Natürlicherweise entsteht eine Menge Angst dadurch.

Diese tiefe Angst ist ein natürlicher Teil des konditionierten Verstandes, wenn sie also aufkommt, ist das ein Zeichen, dass die Person einem wahren Verstehen nahe kommt. Es ist ein natürlicher Bestandteil der ganzen Reise. Menschen sabotieren sich oft, wenn sie wegen dieser Angst vor der Wahrheit weglaufen. Der Verstand hat immer Angst vor dem Unbekannten, und es ist nicht möglich zu wissen, was passieren wird, wenn man das Vertraute aufgibt. Wenn man mit der Angst identifiziert bleibt, bleibt man im Gefängnis des Bekannten, des Vertrauten, und man kann die Wahrheit nie finden.

Kapitel 6: Sich erinnern und präsent bleiben
Selbsterforschung führt den Verstand beständig zurück zu seiner Quelle.

Die meiste Zeit sind wir uns dessen, was tatsächlich geschieht, nicht bewusst, sondern beschäftigen uns mit Filmen und Geschichten, die in unserem Kopf ablaufen. Das wahrzunehmen, schafft eine Öffnung, und man beginnt zu sehen, dass sich all diese Storys auf die fundamentale Geschichte des „Ich“ reduzieren. Denn dieses „Ich“, mein Leben, meine Geschichte, ich selbst, ist der Knackpunkt dafür, wie alles funktioniert.

Wenn du in deinem Leben Frieden und Glück finden willst, wenn du erwachen willst, erleuchtet werden willst in diesem Leben, dann wirst du zwangsläufig mit der Frage des „Ich“ konfrontiert werden. Wir glauben an dieses falsche „Ich“. Wir glauben, dass wir diese Überzeugungen und Begierden sind, dieses ganze Paket, das wir „mein Leben“ nennen. Es ist diese falsche Identifikation – die Vorstellung eines separaten „Jemand“, eines getrennten „Ich“ – die ein Leben im erwachten Zustand verhindert. Also brauchen wir irgendeine Erinnerungshilfe.

Diese Erinnerung kann durch Selbsterforschung geschehen, eine alte Praxis, die Mitte des 20. Jahrhunderts auch im Westen durch Ramana Maharshi, einem indischen Heiligen, eingeführt wurde. Ich schlage vor, dass du am Anfang die Selbsterforschung zu einer Übung machst. Du nimmst dir jeden Tag ein bisschen Zeit und setzt dich mit geschlossenen Augen an einen ruhigen Ort. Das entfernt sofort einen Großteil der Welt aus deiner Aufmerksamkeit und du wirst allein sein mit deinen Gedanken und Gefühlen, Körperempfindungen und gelegentlichen Geräuschen. Bei der Selbsterforschung sind wir nicht am Inhalt des Denkens interessiert sind, sondern an der Quelle des Denkens. Werde dir also deiner Gedanken bewusst und frage dann: „Zu wem kommen die Gedanken?“ Die Antwort wird sein: „Zu mir“. Dann untersuchst du die Natur des „Ich“, indem du fragst: „Wer ist dieses Ich?“ Wenn die Gedanken über das „Ich“ nachlassen, wirst du schließlich in diesen ruhigen Raum im Inneren, zur Leere, zu deiner wahren Natur, „nach Hause“ gelangen.

Um diese Empfindung von „zu Hause sein“, von „Schmetterling sein“, zu erden, ist eines der kraftvollsten Mittel, zu dem ich ermutigen kann, einfach allein und in Stille zu bleiben. Wir sind es sehr gewöhnt, ständig mit vielen Menschen in verschiedenen Situationen in Beziehung zu gehen. Einfach nur allein zu sein ist eine erstaunliche Unterstützung, und interessanterweise ist es sehr herausfordernd. Wenn du wirklich alleine bleibst, erkennst du, dass du nicht nach jemandem greifen musst, in der Hoffnung, dass er dir etwas gibt. Was du erfährst, ganz für dich, ist ein unbeschreibliches Wohlbefinden, Genährtsein und Liebe.

Kapitel 7: Erwacht und frei
Dein natürlicher Zustand ist dieses „Wow“! Du musst dafür nichts tun.

Wenn wir jung sind, fühlen wir uns unter Druck, Ziele erreichen zu müssen und den Sinn unseres Lebens zu verstehen, aber es ist eine große Entdeckung, zu erkennen, dass das Leben keinen Sinn hat. Dein Verstand möchte einen Sinn erkennen, aber wenn du dem wirklich nachgehst, wird es dir nicht gelingen, einen zu finden. Wenn es einen Sinn gäbe, könnte man sagen, er bestände darin, herauszufinden, wer du bist; aber wenn du einmal weißt, wer du bist – was dann? Du musst immer noch frühstücken und du musst immer noch Mittagessen kochen und deine Wäsche waschen.

Leider geht Erwachen nicht einher mit einem persönlichen Diener und ähnlichen Vergünstigungen. Du musst dein Leben leben, genau wie zuvor. In gewisser Weise ändert sich nichts wirklich – außer, dass alles sehr einfach ist und du nichts Besonderes finden musst, um zufrieden zu sein. Die Realität ist, dass du die ganze Zeit zufrieden bist. Wirkliches Erkennen schafft eine seltsame Situation, weil du plötzlich entdeckst, dass es eigentlich nichts gibt, was dir ein gutes Gefühl verschaffen kann. Du kannst Spiele spielen wie „Ah! Schokolade ist gut, Eiscreme ist gut!“, aber eigentlich ist alles gut.

Nichts fehlt! Was wirklich wahr ist, ist nur das Jetzt! Wir haben diesen Augenblick, das ist alles. Mit diesem Verständnis wird das Leben zu einem Paradies – weil du wahrhaftig frei bist. Frei von allem, was du als „Ich“ bezeichnest. Es weder Ziel noch Absicht. Es geht um nichts.

Entdecke, dass du eingelullt wurdest, ein roboterhaftes Funktionieren zu akzeptieren, das auf der Konditionierung beruht, der dein Verstand ausgesetzt war. Bedenke, dass es eine mögliche Anhaftung an das sich auflösende falsche Selbst gibt. Verstehe, dass das Leben keinen weiteren Sinn hat, als dich selbst als Bewusstsein zu erkennen und genieße das Spiel des sich entfaltenden Augenblicks.

Letzte Woche war ich mit einem dreijährigen Mädchen und ihrem Vater in einem chinesischen Restaurant. Dort gab es kleine Papiertüten mit Stäbchen. Das war genug, um sie den ganzen Abend lang zu unterhalten. Zunächst öffnete sie die Papiertüte, dann stellte sie die Stäbchen in ihr Glas mit Apfelsaft. Danach spielte sie damit, indem sie sich selbst auf den Kopf schlug. Jede Bewegung war für sie wie ein Wunder. Wahres Erwachen bedeutet, dass du ein bisschen so lebst, als ob du mit Stäbchen im Apfelsaft spielst! Mit anderen Worten: nimm das Leben nicht so ernst und lebe mit Leichtigkeit, Humor und Freude.